Gute Fette, böse Fette… darauf solltest Du achten

Möglichst fettfrei ernähren?

Wer nicht zunehmen möchte, oder gar ein paar Kilos verlieren möchte meidet in der Regel Fett. Aber ist das notwendig? Kohlenhydrate und Eiweiße enthalten pro Gramm etwa 4,2 kcal. Fett 9,4 kcal. Wer also Kalorien sparen möchte, meidet Fett. Aber ist das sinnvoll?

Kohlenhydrate könnten in einer abgewandelten Form vom menschlichen Körper selbst hergestellt werden. Die Zufuhr durch Nahrung ist also nicht zwingend notwendig (allerdings sinnvoll!). Eiweiße und Fette kann der Körper nur teilweise herstellen. Einige sind essentiell und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. (Auf Eiweiße bin ich bereits ausführlich unter anderem in diesem Artikel eingegangen)

Fett ist wichtig, aber das richtige!

Wie auch beim Eiweiß, kann man Fette in zwei Kategorien aufteilen: In essentielle Fette (müssen mit der Nahrung aufgenomme werden) und nichtessentielle Fette. Verbannt man nun grundsätzlich Fett aus der Nahrung, entstehen Mängel.

Gesättigte Fette

Fette, die der Körper selbst herstellen kann nennt man nichtessentiell. Hierunter fallen die gesättigten Fette. Diese kommen unter anderem in Fleisch, Butter, Palmkernöl, Schmalz und vielen industriell verarbeiteten Produkten (Wurst, Soße, Süßigkeiten,…) vor. Mit dem erhöhten Verzehr steigt das Risiko für viele Zivilisationskrankheiten wie Arteriosklerose, Krebs, Übergewicht, Herzkrankheiten durch Gefäßverengung, Diabetes,…

Wir essen viel zu viele ungesunde Fette, warum ist das so?

Wir leben in Deutschland in einer Überflussgesellschaft. Fleisch ist durch die Massentierhaltung extrem billig geworden. Mir gibt es doch sehr zu denken, wenn man 4 Hähnchenschenkel für 3,78 EUR kaufen kann. Unter welchen Bedingungen mussten diese Tiere wohl leben und was haben sie gefressen, damit Erzeugerbetrieb, Schlachtbetrieb und Vermarktung daraus noch einen Gewinn erzielen?

„Fleisch ist etwas Ordentliches und nur Fleisch macht richtig satt und gibt Kraft!“, „ein richtiger Mann, isst ein ordentliches Steak!“ Hast Du diese Sprüche auch schon gehört?
Diese Sprüche kommen ursprünglich aus einer anderen Generation! Vor 60 Jahren waren diese Aussagen gar nicht so verkehrt, da konnte sich kaum jemand häufigen Fleischverzehr leisten!
Fleisch hat heute nicht mehr die Reinheit und Qualität wie noch vor 60 Jahren! Damals hatten die Tiere mehr Platz, kamen somit oftmals ganz ohne Medikamente aus und bekamen natürliches Futter! Das ist heute komplett anders. Heute stehen die Tiere auf engstem Raum (oft ohne Tageslicht) zusammen, bekommen künstlich hergestelltes Kraftfutter, damit sie unnatürlich schnell wachsen und werden oftmals schon vorsorglich mit Antibiotika behandelt.
Das bedeutet für unser Fleisch: Medikamentenrückstände, Stresshormone und viele andere schädliche Stoffe mehr als noch vor 60 Jahren!
Ich sage Dir auch hier wieder: die Mischung macht´s! Viel bringt nicht viel! Wie bereits geschrieben: Gerade Fleisch zählt zu den großen Mitverursachern schwerer Krankheiten im Alter!

Die Preise sind stark gefallen. Leistete man sich früher noch nur den klassischen Sonntagsbraten, gibt es tierische Lebensmittel heute gleich mehrmals täglich: Zum Frühstück die Wurst, zu Mittag das Gulasch oder Schnitzel, am Abend wieder die Wurst oder der Schinken.

Der Körper wird also sowohl viel häufiger, als auch viel konzentrierter mit gesättigten Fetten belastet. Ablagerungen in den Blutgefässen sind schmerzfrei. Sie werden oftmals erst entdeckt, wenn bereits ein erheblicher Schaden entstanden ist!

Daher meine ganz klare Aufforderung: Weniger Fleisch in der Woche! Vielseitig kochen, geschickt kombinieren (siehe diese Tabelle) und dem Körper Gutes tun! Zweimal in der Woche Fleisch in der Hauptmahlzeit ist völlig ausreichend. Wurst und Schinken auf dem Brot sollte öfters mal durch Käse, Quark, Tomaten oder vegetarische Aufstriche ersetzt werden. Mach Dir mal eine Strichliste und notiere, wie häufig Du in der Woche Fleisch isst, ohne das es Dir bisher bewusst war… Du wirst überrascht sein!
Entscheide Dich für Bioprodukte! Wenn Du weniger häuftig zu Fleisch greifst sparst Du viel Geld und kannst dafür in gute Bioqualität investieren. Du tust damit sowohl den Tieren, als auch Deiner Gesundheit einen großen Gefallen!

Ungesättigte Fette

hierbei handelt es sich überwiegend um essentielle Fette. Der Körper ist auf die Zufuhr durch Lebensmittel angewiesen. Man findet Sie vor allem in Ölen und Fischen, aber auch in einem sehr guten Verhältnis in Biofleisch.
Sie haben im Körper viele wichtige Aufgaben: Sie dienen als „Träger“ der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Eine Vorstufe des Vitamin A, das Carotin, kann nur mit Hilfe von Fetten im Körper verwertet werden. Daher ist es wichtig auch an Deinen Salat gutes Öl zu geben, damit die Vitmine darin aufgenommen werden können! Zellmembranen bestehen zum Teil aus gesättigten Fettsäuren.

Ungesättigte Fette sind meistens flüssig. Gesättigte Fette sind fest bei Zimmertemperatur.

Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren

Diese Fettsäuren haben eine besondere Bedeutung für unseren Körper! Sie sind essentiell! Omega 6 Fettsäuren sind Bestandteile von Zellmembranen. Sie senken zwar das (schlechte) LDL Cholesterin allerdings auch das (gute) HDL Cholesterin. Omega 6 Fettsäuren fördern Ablagerungen an den Blutgefäßen und somit Bluthochdruck und Herzkerkrankungen. Auch Rheuma, Diabetes und Demenzerkrankungen treten bei zuviel Omega 6 Fettsäuren gehäuft auf. Tiere aus konventioneller Haltung haben (durch Ihr spezielles Kraftfutter) einen deutlich erhöhten Anteil an den schädlicheren Omega 6 Fettsäuren. Dementsprechend findet man es im Fleisch, Joghurt und in der Milch wieder. Bei Tieren aus biologischer Haltung ist die Konzentration deutlich geringer!

Omega 3 Fettsäuren wirken blutdrucksenkend und entzündungshemmend. Sie fördern das „gute“ HDL Cholesterin im Blut. Psychische Erkrankungen und Arteriosklerose können gemildert oder vermieden werden. Sie wirken positiv auf das Herz- Kreislaufsystem.

Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren sind eine Art Gegenspieler. Beide sind sehr wichtig, aber entscheidend ist das richtige Verhältinis zueinander!
Es sollte 2:1 bis maximal 5:1 (2-5 Teile Omega 6 und 1 Teil Omega 3) sein. Bei den meisten Menschen ist das Verhältnis eher bei 18:1!

Durch die Aufnahme von: fetten Fischen wie Lachs, Thunfisch und Makrele, Wildfleisch, Obst (besonders Beeren), Waldpilzen, Walnüssen und Leinöl zum Salat, bzw. Rapsöl zum braten kannst Du das Verhältnis verbessern. Hier sind besonders viele Omega 3 Fettsäuren enthalten. An den Blutwerten kann man erkennen, dass sich durch die richtige Ernährung die guten Bluttfertwerte (HDL-Cholesterinwerte) deutlich steigern lassen! In diesem Zusammenhang möchte ich deutlich von Sonnenblumenöl abraten: Hier ist das Verhältinis Omega 6 zu Omega 3 bei 120:1!

Macht Fett fett?

Da Fett deutlich mehr Kilokalorien hat als Kohlenhydrate und Eiweiß, muss man selbstverständlich auf die Menge achten! Du solltest Dich etwa an die Regel 0,8-1,2g Fett pro Kilo Körpergewicht halten. Das bedeutet keinen allzu großen Verzicht und ist somit auch realistisch im Alltag umsetzbar. Achte dabei auf ein gutes Verhältnis von Omega 6 zu Omega 3 Fettsäuren und der Körper verwertet die Fette und lagert sie nicht als ungesunde Polster ein.

Zusammenfassend: Bei der Ernährung auf einen möglichst geringen Fettanteil zu achten ist nicht sinnvoll! Vielmehr solltest Du darauf achten woher die Fette kommen und ob es sich um gesunde oder krankmachende Fette handelt. Essentielle Fettsäuren können vom Körper nicht selbst hergestllt werden. Sie müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, da sie wichtige Funktionen haben! Bevorzuge Rapsöl zum braten und Fleisch aus biologischer Erzeugung, bzw. Fisch aus Wildfang, Obst, Nüsse und Samen.

 

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Wie hat Dir der Artikel gefallen? Kennst Du einen guten Biobetrieb, bei dem man ruhigen Gewissens Fleisch kaufen kann? Hinterlasse doch bitte eine Nachricht im Kommentarfeld!

 

 

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